Zukunft durch Bildung: 10.000 Euro für die Schule

Hinter jedem Schulabschluss steckt eine Geschichte – manchmal auch die Geschichte von Menschen, die nicht aufgeben und die richtige Unterstützung zur richtigen Zeit bekommen.

 

Seit Januar wurden drei Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse von studentischen Honorarkräften begleitet. Ziel war, die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Hauptschulabschluss individuell zu unterstützen.

 

„Mit der Zuordnung eines Lernhelfers zu den jeweiligen Schülern wird die individuelle Betreuung gewährleistet“, erklärt Schulleiter Ralf Said die Idee. Für die ausgewählten Jugendlichen bedeutete das: zusätzlich lernen, üben und durchhalten. Insgesamt arbeiteten sie bis zu elf Stunden pro Woche mit ihren Lernhelferinnen und Lernhelfern zusammen. Dabei ging es nicht nur um schulische Inhalte, sondern auch darum, Selbstvertrauen zu gewinnen und an die eigenen Fähigkeiten zu glauben.

Emma (23), Lehramtsstudentin, unterstützte den 17-jährigen Haschim bei der Vorbereitung auf seinen Hauptschulabschluss. „Meistens haben wir das deutsche Leseverständnis trainiert“, erzählt sie. In Mathematik brauchte der junge Syrer kaum Hilfe, und wenn er mal krank war, half Emma den anderen Schülern in der Klasse.

„Die Arbeit mit Emma hat mir wirklich viel gebracht“, sagt Haschim. Nun wartet er mit Herzklopfen auf die Ergebnisse seiner Abschlussprüfungen.

 

Das Projekt gehört zum Förderthema „Zukunft durch Bildung“. Die Bürgerstiftung Lebensraum unterstützt mit ihrem Fonds Kinder und Jugendliche dort, wo öffentliche Gelder nicht ausreichen oder nicht zur Verfügung stehen. Insgesamt stellte die Stiftung in diesem Jahr 20.000 Euro für verschiedene Bildungsprojekte bereit. Die Projekte sollen benachteiligten Jugendlichen helfen, schulische Defizite aufzuholen, gefährdete Schulabschlüsse zu erreichen sowie kulturelle und politische Teilhabe zu ermöglichen.

 

„Wir möchten junge Menschen dabei unterstützen, demokratische Kompetenzen zu entwickeln und ihrem Leben durch Orientierung an Werten, Zielen und festen Strukturen eine positive Richtung zu geben“, erklärt Walther Kröner.

Die Gemeinschaftshauptschule Aretzstraße hat eine Förderung von 10.000 Euro aus dem Aachener Bildungsfonds erhalten. Mit dem Geld konnte das Projekt „Lernhilfen für den Schulabschluss“ finanziert werden. „Die Förderung zeigt, wie wichtig individuelle Unterstützung sein kann. Denn Bildung eröffnet Chancen – und manchmal entscheidet genau diese Hilfe darüber, ob ein junger Mensch seinen Schulabschluss schafft und selbstbewusst in die Zukunft blickt, fasst Ralf Said zusammen, der hofft, „dass in Zukunft ein Lehramtsstudium nur möglich ist, wenn die Studenten nicht nur theoretisch in der Universität lernen, sondern auch schon während des Studiums in die Schulen gehen, um als Lernhelfer zu arbeiten.“

 

Artikel verfasst von Conny Stenzel-Zenner